Sterbehilfe, Patientenverfügung und die Grenzen der Legalität

Befürworter der Sterbehilfe sprechen vom Selbstbestimmungsrecht des Patienten, der auch den Zeitpunkt seines eigenen Todes wählen können soll. Gegner fordern den Schutz des Lebens um jeden Preis. Wann Sterbehilfe und Patientenverfügung legal sind, regelt jedoch einzig und allein das Gesetz.
 

Was bedeutet der Begriff Sterbehilfe?

Ein Mensch liegt bereits jahrelang im Koma, die Aufwachchancen sind minimal. Eine depressive Person, die seit langer Zeit extrem leidet, wünscht sich nichts sehnlicher als die Erlösung von den Zuständen. Doch wann ist Sterbehilfe in Deutschland legal? Man unterscheidet zwischen:

  • aktiver,
  • passiver und
  • indirekter Sterbehilfe.

Bei der aktiven Sterbehilfe ist ein tatsächlicher Eingriff mit Einverständnis des Patienten gemeint, der den Sterbeprozess in Gang setzt bzw. beschleunigen soll, damit dem Patienten Leiden bzw. Schmerzen erspart werden. Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland in jedem Fall illegal. Bei der passiven Sterbehilfe wird jegliches Handeln dabei unterlassen, das zur Lebensverlängerung der betroffenen Person führt. Passive Sterbehilfe ist in Deutschland erlaubt und straffrei, wenn der Betroffene zustimmt bzw. eine gültige Patientenverfügung vorliegt. Bei der indirekten Sterbehilfe ist der Tod in der Regel eine nicht beabsichtigte Nebenfolge einer Behandlung. Diese Form der Sterbehilfe ist im deutschen Raum legal, falls der Patient zustimmt bzw. wenn eine gültige Patientenverfügung vorhanden ist.
 

Was kann mithilfe der Patientenverfügung geregelt werden?

Patienten haben in Deutschland ein Recht auf Selbstbestimmung, in gewissen Grenzen auch, was das eigene Sterben anbelangt. Mithilfe der Patientenverfügung kann in Deutschland der Wunsch erklärt werden, dass passive bzw. indirekte Sterbehilfe im Ernstfall geleistet wird. Die Patientenverfügung hat lediglich für die Zeit Gültigkeit, während der der Patient zu einer Willensäußerung nicht fähig ist. Für diesen Fall soll Vorsorge getroffen werden, z. B. wenn man im Koma liegt.
 

Welche Form- und Inhaltsvorschriften gelten für die Patientenverfügung?

Eine bestimmte Form ist für die Patientenverfügung nicht vorgeschrieben. Doch es ist von Vorteil, diese schriftlich abzufassen – aufgrund der leichteren Beweisbarkeit im Ernstfall. Am besten verfasst man die Patientenverfügung persönlich. Es sind die Personalien und wichtige Infos (Vor-, Zunamen, Adresse, Telefonnummern, den Hausarzt, die Art der gewünschten Sterbehilfe) in der Patientenverfügung bekannt zu geben.
 
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