Vorsorge und Todesfall

Mit einer Vorsorgevollmacht bevollmächtigt eine Person eine andere, in einem Notfall Aufgaben und Entscheidungen für den Vollmachtgeber zu übernehmen. Dies kann sich auf bestimmte Aufgaben oder auch auf alle Aufgaben und Entscheidungen beziehen. Der Bevollmächtigte wird somit zum Vertreter im Willen. Er kann Entscheidungen an der Stelle des Vollmachtgebers treffen, der in diesem Notfall nicht mehr dazu fähig ist. Ein Formular oder ein Vordruck kann vorab angesehen werden, um das Dokument aufzusetzen. Da die Vorsorgevollmacht jedoch sehr individuell ist und eine große Tragweite hat, sollte das Dokument gemeinsam mit einem Notar erarbeitet werden.
 

Was sollte beachtet werden?

Da der Bevollmächtigte die festgelegten Entscheidungen und Aufgaben selbstständig übernimmt und entscheidet, setzt die Vorsorgevollmacht uneingeschränktes Vertrauen zum Bevollmächtigten voraus und sollte erst nach reiflichem Überlegen erteilt werden. Gegebenenfalls kann ein Kontrollbevollmächtigter ernannt werden, um sicherzustellen, dass die Entscheidungen und Aufgaben im Sinne des Vollmachtgebers ausgeführt werden.  Der Vollmachtgeber muss bei der Beurkundung geschäftsfähig sein, also über seinen freien Willen verfügen. Es ist kein bestimmtes Formular oder ein Vordruck notwendig. Grundsätzlich ist die Vollmacht formfrei gültig. Um vor inhaltlichen Fehlern oder Ungenauigkeiten zu schützen, ist es jedoch sinnvoll, einen Notar zu Rate zu ziehen, der auch die Identität feststellt und über den genauen Inhalt der Vollmacht berät.
 

Vorteile der Vorsorgevollmacht

Der große Vorteil besteht darin, dass der Bevollmächtigte sofort reagieren kann, sobald er über die Notfallsituation informiert ist. Es braucht nicht erst eine gerichtliche Bestellung erfolgen, wie zum Beispiel bei der Betreuung. Somit unterliegt der Bevollmächtigte nicht dem Betreuungsgericht. Die Vorsorge kann ganz individuell auf die Person zugeschnitten werden und auf Änderungen kann direkt eingegangen werden.